Panama: Ankommen in El Valle de Anton

 el-valle

Endlich raus aus der Stadt! Es wird Zeit, dachte ich, bevor wir losgefahren sind. Ich fühle mich auf dem Land wohler, dachte ich, bevor wir losgefahren sind. Dort ist es entspannter, sicherer, nicht so viel Abgezocke, dachte ich, bevor wir losgefahren sind.

Ähm ja. Dachte ich. In Albrook haben wir tatsächlich den richtigen Bus gefunden, cor, war der kalt! Klimaanlage bis zum Anschlag aufgedreht, ebenso wie der Bass der Musik. Das heißt, zweieinhalb Stunden Kälte und laute Musik, obwohl es gar kein Diablo Rojo war (klar, die haben gar keine Klimaanlage). Und wir fuhren durch Gegenden…. Ich hätte mich nicht getraut, auszusteigen. Obwohl – vielleicht schon, ich glaube, die waren alle nicht gefährlich, sondern einfach nur arm.

Wie bereits erwähnt, kommt ja das Geld nicht unbedingt bei der breiten Bevölkerung an und das wurde auf der Fahrt durch die Orte sehr deutlich. Oft, sehr oft, sah es aus, wie man sich so ein Dritte-Welt-Land vorstellt. Mini-Hütten mit Wellblechdächern, keine Infrastruktur zu erkennen, nicht mal mehr viel Müll liegt da rum. Dafür sieht alles aus, als ob es jede Sekunde zusammenbrechen könnte.

So weit die Dörfer. Sehr schön hingegen fand ich die Landschaft drum herum. Hügel, Bäume, viel grün. Als wir schließlich die Kurven nach El Valle hochfuhren („Der fährt fast so wild wie Tante!“), war die Landschaft wirklich nur noch atemberaubend. Für ein paar Sekunden habe ich mir überlegt, die Kamera rauszuholen. Dann habe ich beschlossen, dass man solche Momente und Ausblicke nur für sich genießen sollte, denn kein Foto der Welt kann sie beschreiben.

El Valle selbst ist mehr wie eine Stadt, zumindest hat es fast keine Wellblechhütten und sogar mehrere Supermärkte. Ein paar Restaurants gibt es auch, wohl, weil hier immer mehr Touristen herkommen. Ansonsten ist es trotzdem dörflich und ich habe mich, wie die zahlreichen Expats, auf Anhieb wohl gefühlt. Die Berge rundherum, die Menschen, das Gefühl. Wunderbar. Einen Spielplatz haben wir auch gefunden, die Hauptstraße (die fast einzige mit Asphalt) runter. Dort versammelten sich auch gerade die Jungs und jungen Männer der Region, die mit ihren Fahrrädern ankamen. Trotzdem fühlte ich mich nicht eine Sekunde lang unwohl. Irgendwann fingen sie an, Fußball zu spielen. Etwa zu der Zeit kamen auch drei andere Kinder auf den Spielplatz, mit dem siebenjährigen Jungen freundete sich das Kind auch gleich an, obwohl sie einige Kommunikationsprobleme hatten und ich übersetzen musste.

Ach so, und das Hostel ist auch gut. Sauber und ordentlich und viel Platz. Und nun muss ich schlafen. Bin müde vom Rucksack-tragen.

Das ist der hässlichste Teil des Spielplatzes ;)

Das ist der hässlichste Teil des Spielplatzes 😉


Ich möchte darauf hinweisen, dass ich aufgrund einer Offline-Phase im Verzug bin und wir schon längst woanders sind. Und dass das noch relativ am Anfang der Tour war, inzwischen bin ich sehr viel ruhiger und sehe einige Dinge anders, fühle mich hier so sicher wie in meinem Bett in Hamburg. Hab den Text trotzdem so gelassen, wie er war.

 

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s