Weltreise: Vom Suchen und Finden (von Abenteuern)

abenteuerVielleicht wirkt es bisher so, dass wir nur schreckliche Sachen erlebt haben. Das kann gut sein, liegt aber wohl daran, dass ich mein Handwerk gelernt habe und weiß, schlechte Sachen machen die besseren Geschichten. Merkt man wohl auch bei meiner Schwärmerei über El Valle, wo ich gar nicht richtig weiß, was ich schreiben soll. Je schöner etwas ist, desto stiller wird es in mir, und das ist ja das, was ich suche.

Womit wir beim Thema wären. „Ich hoffe, du findest, was du suchst!“ Diesen Satz habe ich vor unserer Abreise sehr oft gehört, und mir immer gedacht, was für ein Glückspilz ich doch bin. Weil ich ja nichts suche, habe ich nicht den Zwang, etwas finden zu müssen.

Inzwischen hatte ich Zeit, darüber nachzudenken und beschlossen, dass ich doch etwas suche, und zwar genau das: Zeit. Mit der Tigerente höre ich gerade das Hörspiel zu „Momo“, dem Lieblingsbuch meiner Kindheit und weiß jetzt, dass ich meine grauen Herren verjagen möchte.

Die nerven mich schon länger und sorgen für meine schlechte Laune. Bemühe ich mich im Alltag, sie zum Schweigen zu bringen, haben wir viel schönere Tage und streiten viel weniger. Werde ich hektisch und versuche, Zeit zu sparen, krachen Kind und ich ständig aneinander.

Alleine Kind, Job und Haushalt zu managen fällt mir aber manchmal schwer, zumindest, wenn ich es in dem Maße versuche, das mein eigenes Leistungsdenken zufriedenstellt. Ohne soziales Leben ist es machbar, mit unmöglich. „Alles geht nie, man muss Abstriche machen, sich anpassen und sich nicht dafür verurteilen“, sagt meine Therapeutin. Wenn das nur so einfach wäre….

Auf Reisen ist es das, hier gibt es keinen (gefühlten) sozialen Druck. Es gibt Chips zum Abendbrot, so what. Die Klamotten haben Flecken, so what. Es ist eine Unordnung im Zimmer, so what. Und so hoffe ich, ein bisschen Entspanntheit, ein bisschen Sand zwischen den Fingern und den Zehen, mit zurück nach Hamburg zu nehmen.

Dass ich das offenbar bitter nötig habe, merke ich jedes Mal, wenn ich in unseren Reiseplan sehe. Der besteht aus ganz langen Ruhephasen am Strand. Manchmal weiß ich eben schon, was gut tut.

Gut tun auch Abenteuer, also die Schwierigkeiten, die wir meistern. Die suchen wir allerdings nicht, die kommen von selbst zu uns. Das wir auch nach Panama bestimmt nicht aufhören, und im Nachhinein sind sie einfach das: Abenteuer. Dafür hatten wir ja unterschrieben, als wir im Reisebüro saßen und „Ja, ich will“ gesagt haben. Wenn es mir gut geht, sehe ich die so, wie die Ansprüche. Wir verhungern nicht und sind nicht kugelrund, wir haben Klamotten, ein Dach über dem Kopf und (meistens 😉 ) Wasser. Und wir haben uns. Mehr brauchen wir nicht.

 

 

Ich möchte darauf hinweisen, dass ich aufgrund einer Offline-Phase im Verzug bin und wir schon längst woanders sind.

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3 Gedanken zu “Weltreise: Vom Suchen und Finden (von Abenteuern)

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